Kann KI Schwäbisch? Immenstaad wagt den Praxistest
Künstliche Intelligenz im Rathaus
KI schreibt im Gemeinderat mit
Im Rathaus von Immenstaad am Bodensee beginnt ein ungewöhnlicher Praxistest: Künftig soll künstliche Intelligenz die Sitzungen des Gemeinderats automatisch protokollieren. Der Gemeinderat hat dem vorläufigen Einsatz der Software einstimmig zugestimmt.
Bislang wurden die Tonaufnahmen der Sitzungen von Beschäftigten der Gemeinde manuell verschriftlicht. Das erforderte viel Zeit und hohe Konzentration. Die KI soll diesen Arbeitsschritt nun deutlich beschleunigen und aus den Aufzeichnungen automatisch einen ersten Protokollentwurf erstellen.
Der Dialekt wird zur besonderen Prüfung
Ganz ohne Herausforderung bleibt der Test nicht. In Gemeinderatssitzungen wird nicht immer ausschließlich Hochdeutsch gesprochen. Deshalb will die Gemeinde besonders genau prüfen, wie zuverlässig das System regionale Dialekte erkennt.
Die automatisch erstellten Mitschriften werden weiterhin von Mitarbeitenden kontrolliert. Die KI übernimmt damit nicht die vollständige Verantwortung für das Protokoll, sondern bereitet die Inhalte so auf, dass die Verwaltung schneller weiterarbeiten kann.
Entscheidung über dauerhaften Einsatz folgt
Die Software wird zunächst während mehrerer Sitzungen getestet. Dabei untersucht die Gemeinde, wie präzise die Mitschriften sind und wie gut sich das System in den Verwaltungsalltag integrieren lässt. Über einen dauerhaften Einsatz soll anschließend erneut entschieden werden.
Immenstaad ist mit diesem Schritt nicht allein. KI-gestützte Protokollierung kommt bereits in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Einsatz. Auch Kommunen in Baden-Württemberg nutzen vergleichbare Systeme, um ihre Verwaltungsarbeit effizienter zu organisieren.
Der Test am Bodensee zeigt damit im Kleinen, wie künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung ankommt: nicht als abstraktes Zukunftsprojekt, sondern als praktisches Werkzeug für Aufgaben, die bisher viele Arbeitsstunden beanspruchen.